Der letzte Aztekenherrscher, Montezuma II., verfluchte kurz vor seinem Tod die Spanier für die Zerstörung seines Reiches. Noch heute ereilt den unvorsichtigen Reisenden in tropischeren Breitengraden diese Verwünschung, wenn fluchartig sein Bewegungsdrang durch Reisedurchfall auf die WC-Örtlichkeiten beschränkt wird.
Natürlich ist der sprichwörtlich erzürnte Südamerikaner nicht ursächlich an den Vorfällen auf der Toilette beteiligt, sondern in Wirklichkeit sind es viel kleinere Feinde eines gesunden Verdauungsablaufes.
Wer will uns aus dem Gleichgewicht bringen?
Wenn die klimatischen Verhältnisse von „schön warm“ eher in Richtung „drückend schwül“ tendieren – wie es an einigen Urlaubsorten, aber mittlerweile auch bei uns zu Hause im Sommer, der Fall ist –, dann ist die Zeit derer gekommen, die bei „schwül warm“ größte Verbreitungslust verspüren: Pilze, Parasiten und vor allem Bakterien! Escherichia coli ist dann sprichwörtlich in aller Munde – und dorthin gehört es auf gar keinen Fall! Erschwerte Nahrungsmittelhygiene und ernste Konsequenzen aus unterbrochenen Kühlketten verlangen größte Vorsicht beim Verzehr von Lebensmitteln und Getränken.
Als Reiseratgeber gilt immer:
🥤 Trinken: Nur Wasser aus geschlossenen Flaschen trinken, kein Leitungswasser, auch nicht zum Zähneputzen.
🍽️ Essen: Hier gilt die Regel „Cook it, peel it or forget it“ – also nur essen, was gekocht oder selbst geschält wurde.
❌ Meiden: Eiswürfel, rohes Gemüse und ungeschältes Obst.
Sollte Montezumas Rache trotz aller Vorsichtsmaßnahmen doch zugeschlagen haben, binden Kohletabletten als Sofortmaßnahme Giftstoffe, bevor Schlimmeres passiert. Viel Trinken von Tee, Wasser oder Elektrolytlösungen gleicht den Flüssigkeitsverlust aus, leichte Schonkost hilft, die Verdauung wieder zu stabilisieren. Wenn nach drei Tagen keine Besserung eintritt, ist ein Arztbesuch unumgänglich.
Gute Bakterien, schlechte Bakterien?
Nicht nur nach einschneidenden Erlebnissen wie den oben beschriebenen sollten wir uns bewusst sein, dass nicht alle Bakterien schlecht für uns sind, sondern dass einige sogar äußerst nützlich sind.
Das Mikrobiom in unserem Verdauungstrakt ist eine Lebensgemeinschaft, von der wir Menschen in hohem Maße profitieren. Lactobacillus gasseri, L. rhamnosus, Bifidobacterium bifidum und Streptococcus thermophilus mobilisieren unsere Darmbarriere gegen Schädlinge, aktivieren die Resorptionsleistung der Magenschleimhaut und machen besonders wertvolle Mikronährstoffe im Darm überhaupt erst zugänglich.
Um diesen Club probiotischer Kulturen bei Laune zu halten, sollten wir ihnen passende Nahrung in Form von Ballaststoffen, also pflanzlichen Mehrfachzuckern, zur Verfügung stellen. Bio-Topinambur ist eine hervorragende präbiotische Unterstützung und somit quasi „Futter” für die guten Darmbakterien!
Was habe ich davon?
Jeden Tag meistert unser Mikrobiom große Herausforderungen, gerade jetzt, wenn der Sommer richtig anstrengend wird. Aber auch Stress, einseitige Ernährung oder die Tasse schwarzer Kaffee zu viel bescheren uns einen Blähbauch oder einfach ein ungesundes Bauchgefühl. Mit einem Mikrobiom in all seiner Vielfalt bringen uns diese Kraftanstrengungen aber nicht aus der Ruhe.
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