Kaum ein anderes Vitamin ist so gut erforscht und hat ein so breites Wirkungsspektrum wie Vitamin C: Es schützt die Zellen vor oxidativem Stress, verbessert die Aufnahme von pflanzlichem Eisen und unterstützt die Bildung von Kollagen, dem zentralen Strukturprotein für Haut, Blutgefäße und Bindegewebe. Besonders bekannt ist Vitamin C für seine immunstärkende Wirkung. Kein Wunder also, dass viele Menschen jetzt, zu Beginn der Erkältungssaison im Herbst, wieder verstärkt zu Vitamin-C-Präparaten greifen. Doch trotz seiner vielfältigen und lebenswichtigen Funktionen gibt es immer wieder Warnungen vor der ergänzenden Einnahme von Vitamin C. Hintergrund ist der Verdacht, dass „überhöhte“ Mengen Nierensteine begünstigen. Was ist dran an diesen Vorwürfen? Dr. Aleksandra Niedzwiecki vom Dr. Rath Forschungsinstitut ordnet hier[1] die Studienlage ein – und räumt mit einem alten Vorurteil auf.
In der medizinischen Fachwelt hält sich hartnäckig die Annahme, dass Vitamin C die Bildung von Nierensteinen fördert. Diese Einschätzung beruht auf folgender Überlegung: Beim Abbau von Vitamin C im Körper entsteht unter anderem Oxalat, eine Substanz, die in bestimmten Arten von Nierensteinen zu finden ist. Daraus wurde abgeleitet, dass eine höhere Zufuhr von Vitamin C das Risiko für Nierensteine erhöhen könnte.
Tatsächlich aber ist die Entstehung von Nierensteinen ein vielschichtiger Prozess, bei dem zahlreiche Faktoren zusammenspielen – von der Ernährung über genetische Veranlagung bis hin zu bestimmten Grunderkrankungen. Interessanterweise deuten neuere Studien sogar darauf hin, dass eine moderate Aufnahme von Vitamin C über die Nahrung mit einem geringeren Risiko für Nierensteine einhergehen könnte. Umso bedauerlicher ist es, dass viele Ärztinnen und Ärzte veraltete Lehrmeinungen ungeprüft übernehmen und ihren Patienten von zusätzlichem Vitamin C abraten – womöglich auf Kosten wichtiger gesundheitlicher Vorteile. Was sagt die Forschung wirklich über Vitamin C und Nierensteine?
Vitamin C in der Kritik – woher kommen die Vorwürfe?
Die Diskussion über einen möglichen Zusammenhang zwischen Vitamin C und Nierensteinen beschäftigt die medizinische Fachwelt seit Jahrzehnten. Bereits 1998 nahmen sich die Ärzte Goodwin und Tangum dieser Frage in einem Artikel im renommierten Journal of the American Medical Association an. Darin analysierten sie die wissenschaftlichen Quellen, auf die sich frühere Arbeiten zu diesem Thema stützten – darunter ein Übersichtsartikel aus dem Jahr 1984 mit dem alarmierenden Titel The Toxic Effects of Water-Soluble Vitamins („Die toxischen Wirkungen wasserlöslicher Vitamine“). Dieser stützte seine Aussage zu Vitamin C und Nierensteinen auf sieben Referenzen. Bei genauerer Betrachtung erwies sich jedoch eine davon als Leserbrief aus der Zeitschrift The Lancet von 1973, in dem lediglich einige Einzelfallbeobachtungen geschildert wurden. Eine weitere Quelle war thematisch nicht relevant. Die übrigen fünf Referenzen waren Bücher und keine experimentellen Studien. Nur zwei dieser fünf Bücher nannten überhaupt eine Quelle für die Behauptung, dass hohe Dosen von Vitamin C Nierensteine verursachen können. Doch auch diese Quellen hielten einer genaueren Prüfung nicht stand: Die eine verwies lediglich auf ein anderes Kapitel in demselben Buch, die andere auf den bereits erwähnten Leserbrief.
Die Analyse von Goodwin und Tangum brachte damit ans Licht, was bis heute kaum bekannt ist: Die weit verbreitete Behauptung, Vitamin C könne Nierensteine begünstigen, beruhte ursprünglich nicht auf solider wissenschaftlicher Forschung, sondern auf schwachen und teils fragwürdigen Quellen. Dennoch setzte sich diese Annahme in den Köpfen fest und fand über die Medien rasch Verbreitung.
Nierensteine: Die häufigsten Arten im Überblick
Bevor wir tiefer ins Thema einsteigen, sollten wir uns anschauen, was Nierensteine sind und wie sie sich unterscheiden.
Nierensteine sind Ablagerungen aus Kristallen mineralischen oder organischen Ursprungs, die sich in den Nieren bilden können. Ihre Größe reicht von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern. Gelangen sie in den Harnleiter, können sie – abhängig von Form und Größe – kolikartige Schmerzen auslösen. Das sind die häufigsten Arten von Nierensteinen:
- Calciumoxalatsteine sind am weitesten verbreitet und machen etwa 60 bis 70 Prozent aller Nierensteine aus. Sie bestehen aus Calcium und Oxalat. Oxalat ist das Salz der Oxalsäure, einer organischen Verbindung, die natürlicherweise in Lebensmitteln wie Rhabarber oder Spinat vorkommt. Während sich Calciumoxalat-Kristalle in saurem Urin nicht vollständig auflösen, fördert basischer Urin die Bildung unlöslicher Komplexe aus Oxalat, Calcium und anderen Mineralien. Calciumoxalatsteine treten besonders oft bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, überstandener Darmbypass-Operation oder mit künstlichem Darmausgang auf.
- Harnsäuresteine sind die zweithäufigste Art von Nierensteinen. 9 bis 17 Prozent der betroffenen Erwachsenen haben diese Art von Steinen. Sie entstehen, wenn der Körper Probleme beim Abbau von Purinen hat – zum Beispiel bei Gicht. Purine sind eine Gruppe chemischer Verbindungen, die wir mit der Nahrung aufnehmen oder die unser Körper selbst produziert.
- Calciumphosphatsteine entstehen bevorzugt in basischem (alkalischem) Urin, lösen sich in saurer Umgebung aber besser auf. Vitamin C bewirkt genau das: Es macht den Urin etwas saurer und hilft so, die Neubildung von Steinen zu verhindern und bereits bestehende aufzulösen. Diese Art von Nierensteinen tritt bei 24 bis 30 Prozent der betroffenen Kinder und bei 8 bis 18 Prozent der betroffenen Erwachsenen auf.
- Struvitsteine bestehen aus Magnesium-Ammonium-Phosphat und entstehen oft im Zusammenhang mit Harnwegsinfektionen. Sie können beträchtliche Größen erreichen und sich zu sogenannten Ausgusssteinen entwickeln, die nahezu das gesamte Nierenbecken ausfüllen. Auch sie sprechen empfindlich auf eine Ansäuerung des Urins durch Vitamin C an. Studien legen nahe, dass die regelmäßige Einnahme höherer Mengen an Vitamin C das Risiko für Infektionen – und somit auch das Risiko für die Bildung von Struvitsteinen – deutlich verringern kann. Struvitsteine machen nur einen kleinen Teil aller Nierensteine aus. Frauen sind aufgrund der höheren Anfälligkeit für Harnwegsinfektionen häufiger davon betroffen.
- Zystinsteine entstehen durch eine seltene, angeborene Stoffwechselstörung. Dabei scheidet der Körper aufgrund eines Gendefekts vermehrt die Aminosäure Zystin über den Urin aus. Weil sich Zystin nur schwer im Urin löst, kann es sich ablagern und zur Bildung von Harnsteinen führen. Diese Steinart tritt bei nur etwa 1 Prozent der Nierenstein-Patienten auf.
Volkskrankheit Nierensteine
Nierensteine sind weit verbreitet: Etwa 5 bis 10 Prozent der Menschen weltweit erkranken im Laufe ihres Lebens daran – Männer deutlich häufiger als Frauen. Bei ihnen nimmt das Risiko ab dem 40. Lebensjahr zu, bei Frauen meist in den Wechseljahren. Auffällig ist: Die Zahl junger Menschen, die an Nierensteinen erkranken, steigt kontinuierlich. Heute entwickeln 13 Prozent der Männer und fast 20 Prozent der Frauen mit Nierensteinen ihren ersten Stein bereits vor dem 20. Lebensjahr. 1975 waren es lediglich rund 5 bzw. 4 Prozent. Eine Schwangerschaft kann das Risiko erhöhen, an Nierensteinen zu erkranken. Und: Wer einmal Nierensteine hatte, muss oft mit weiteren rechnen.
Oxalat im Fokus
Da Calciumoxalatsteine die häufigste Form von Nierensteinen sind, ist es sinnvoll, mehr über Oxalat zu erfahren. Der Großteil des Oxalats im Urin stammt aus der Nahrung und den Stoffwechselprozessen im Körper. Nur ein kleiner Anteil entsteht durch den Abbau von Vitamin C.
Oxalat in unserer Ernährung: Wo steckt es drin?
Oxalsäure ist in vielen Lebensmitteln enthalten, und zwar in ganz unterschiedlichen Mengen. So stecken beispielsweise in einer Portion Spinat (28 g) zwischen 100 und 200 mg Oxalat, in Rhabarber 570 bis 1900 mg pro 100 g. Mandeln enthalten etwa 122 mg Oxalat pro 3 g, eine Tasse Rote Bete rund 152 mg und 100 g Weizenkleie etwa 220 mg. Tee und Kaffee gehören für viele Menschen zu den wichtigsten Oxalatquellen und können täglich zwischen 150 und 300 mg liefern. Die durchschnittliche tägliche Oxalataufnahme bei Erwachsenen liegt meist zwischen 80 und 150 mg, kann bei einer typischen westlichen Ernährung aber stark schwanken – von 44 bis zu 1000 mg pro Tag. Zum Vergleich: Die Einnahme von 1000 mg Vitamin C täglich führt nur zu einer zusätzlichen Oxalatmenge von etwa 20 bis 30 mg.
Wie kann die Oxalataufnahme im Magen-Darm-Trakt reduziert werden?
Oxalsäure, die mit der Nahrung aufgenommen wird, gelangt relativ leicht vom Darm ins Blut. Je nach Lebensmittel sind es etwa 2 bis 15 Prozent. Um zu verhindern, dass zu viel Oxalat ins Blut und somit zu den Nieren gelangt, ist es hilfreich, das Oxalat im Darm an Calcium zu binden. Dabei entstehen unlösliche Calciumoxalat-Kristalle, die unverändert mit dem Stuhl ausgeschieden werden. Calciumcitrat gilt als besonders geeignet zur Reduktion der Oxalatausscheidung, da Citrat zusätzlich die Aufnahme von Oxalat im Darm hemmen kann.
Auch probiotische Bakterien können unterstützen: Bestimmte Bakterienstämme, darunter Oxalobacter, Bifidobacterium lactis und Lactobacillus acidophilus, bauen Oxalat im Darm ab. Menschen, die nur wenige dieser Bakterien im Darm haben, sind oft anfälliger für Nierensteine.
Woher stammt das Oxalat im Blut und Urin?
Im Blut befinden sich schätzungsweise 0,4 bis 0,9 mg Oxalat pro Deziliter. Den Großteil davon stellt unser Körper selbst her, vor allem in der Leber. Dort entsteht Oxalat, wenn verschiedene Stoffe abgebaut werden, darunter bestimmte Aminosäuren (zum Beispiel Glycin, Hydroxyprolin und Tryptophan), verschiedene Zuckerarten (wie Glukose und Fruktose) sowie Vitamin C und Glyoxal. Letzteres ist ein Zwischenprodukt, das beim Abbau von Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten entsteht und weiter zu Glyoxylat umgewandelt wird, einer direkten Vorstufe von Oxalat.
Etwa 1 bis 1,5 Prozent des Vitamin C in unseren Körperzellen wird zu Oxalat umgewandelt. Trotzdem ist es eher unwahrscheinlich, dass das Vitamin zur Bildung von Oxalatsteinen beiträgt: Zum einen bindet Vitamin C Calcium im Urin. Dadurch steht weniger Calcium für die Bildung von Calciumoxalatsteinen zur Verfügung. Zum anderen macht es den Urin saurer, was die Bildung von Calciumoxalatsteinen zusätzlich erschwert. Und: Die harntreibende Wirkung von Vitamin C steigert den Urinfluss und reduziert dadurch Harnstau, der die Bildung von Nierensteinen begünstigen kann.
Oxalat kann nicht zuletzt auch bei bestimmten Infektionen entstehen – etwa bei Pilzerkrankungen durch Erreger der Gattung Aspergillus.
Ein Blick auf die Studienlage: Erhöht Vitamin C das Risiko für Nierensteine?
Bislang gibt es keine eindeutigen Belege dafür, dass Vitamin C Nierensteine begünstigt. Groß angelegte, kontrollierte Studien, die einen direkten Zusammenhang zwischen regelmäßiger Vitamin-C-Einnahme und der Bildung von Nierensteinen nachweisen, fehlen. Die meisten Erkenntnisse stammen aus retrospektiven epidemiologischen Studien, bei denen die Vitamin-C-Zufuhr über Jahre hinweg anhand selbst ausgefüllter Fragebögen erfasst wird. Diese Methode hat den Nachteil, dass die Angaben ungenau oder fehlerhaft sein können. Zwar zeigen einige Studien, dass Vitamin C bei manchen Menschen die Oxalatausscheidung im Urin erhöht, sie liefern jedoch keinen eindeutigen Beleg dafür, dass durch das Vitamin tatsächlich Steine entstehen. Werfen wir einen genaueren Blick auf die Ergebnisse bisheriger Studien.
Klinische Studien, die keine Belege für eine Nierensteinbildung durch Vitamin C liefern
- In einer Harvard-Studie, an der über 45.000 Männer teilnahmen, zeigte sich: Wer täglich mehr als 1500 mg Vitamin C zu sich nimmt, hat ein geringeres Risiko für Nierensteine als Männer mit niedrigerer Vitamin-C-Aufnahme. (Curhan et al., 1996).
- Eine umfassende Auswertung zweier großer Studien zeigt, dass eine tägliche Vitamin-C-Aufnahme von bis zu 1 g bei Frauen keinen Einfluss auf das Nierensteinrisiko hat. Bei Männern hingegen wurde ein um 19 Prozent erhöhtes Risiko festgestellt. (Ferraro et al., 2016). Die Auswertung basierte allerdings auf Fragebögen, die keine Informationen über die Art der Nierensteine lieferten. Außerdem waren die Ergebnisse bei den Männern wenig aussagekräftig, da sie statistisch nicht eindeutig ausfielen.
- In einer großen Langzeitstudie mit über 85.000 Teilnehmerinnen, die 14 Jahre lang begleitet wurden, fand sich kein Hinweis darauf, dass Vitamin C die Entstehung von Nierensteinen fördert. Dabei machte es keinen Unterschied, ob die Frauen weniger als 250 mg oder mehr als 1,5 g Vitamin C täglich zu sich nahmen. Aus Sicht der Forscher gibt es daher keinen Grund, die Zufuhr von Vitamin C, selbst in höheren Mengen, einzuschränken. (Curhan et al., 1996; 1999).
- In einer nicht-randomisierten, unkontrollierten Interventionsstudie nahmen gesunde Personen über zwei Jahre hinweg täglich 10 g Vitamin C ein. Bei fünf von sechs Teilnehmenden blieb die Oxalatausscheidung im Urin unverändert. Nur bei einer Person stieg sie leicht an – lag aber weiterhin im normalen Bereich. (Tsao et al., 1984).
- Eine Übersichtsarbeit kommt zu dem Schluss, dass Vitamin C keinen nachweisbaren Einfluss auf die Entstehung von Calciumoxalatsteinen hat. (Gerster, 1997).
Studien, die Vitamin C mit Nierensteinbildung in Verbindung bringen
- In einer Studie aus dem Jahr 2013 wurde die Behauptung aufgestellt, dass die Einnahme von Vitamin-C-Präparaten das Risiko für Nierensteine erhöht. (Thomas et al., 2013). Die Forscher vermuteten, dass es sich dabei um Oxalatsteine handeln könnte, die durch den Vitamin-C-Stoffwechsel entstehen — eine Annahme, die sie jedoch nicht überprüften, da die Nierensteine der Teilnehmer nicht analysiert wurden. Außerdem lieferte die Studie keine verlässlichen Angaben dazu, wie viel Vitamin C die Teilnehmer tatsächlich zu sich genommen hatten. Deshalb sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu werten.
- Eine schwedische Beobachtungsstudie mit über 23.000 Teilnehmern ergab ein leicht erhöhtes Risiko für Nierensteine bei denjenigen, die Vitamin C ergänzend zu sich nahmen. Dieses erhöhte Risiko betrug 0,15 Prozent – das heißt, unter 1000 Anwendern von Vitamin C traten etwa 1 bis 2 Fälle von Nierensteinen mehr auf als unter 1000 Nicht-Anwendern. (Payton, 2013). Da es sich nicht um eine kontrollierte Studie handelte und weder genaue Ernährungsangaben noch Analysen der Steinart vorlagen, sind verlässliche Rückschlüsse aus den Ergebnissen kaum möglich.
- In einer kleineren Studie nahmen 48 Personen täglich 2 g Vitamin C ein – darunter 29 mit früher diagnostizierten Nierensteinen und 19 ohne entsprechende Vorgeschichte. Nach fünf Tagen oxalatarmer Ernährung stieg bei 19 Teilnehmern die Oxalatausscheidung um mehr als 10 Prozent. (Massey et al., 2005). Tatsächlich trat im Laufe der Untersuchung jedoch kein einziger Nierenstein auf. Die Studie bewies somit lediglich, dass durch die Einnahme von Vitamin C die Aufnahme von Oxalat aus der Nahrung erhöht wird.
So beugen Sie Nierensteinen vor
Nierensteine entstehen selten durch eine einzige Ursache, meist wirken mehrere Faktoren zusammen. Einige davon lassen sich kaum beeinflussen – etwa bestimmte Vorerkrankungen wie entzündliche Darmerkrankungen oder Stoffwechselstörungen –, andere hingegen hängen stark vom Lebensstil ab: Wer zu wenig trinkt, viel tierisches Eiweiß verzehrt oder regelmäßig große Mengen Fruktose aufnimmt, steigert damit sein Risiko. Um Nierensteinen effektiv vorzubeugen, sollten Sie deshalb zuallererst verschiedene beeinflussbare Faktoren gezielt angehen. Berücksichtigen Sie vor allem diese bewährten Maßnahmen:
- Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit. Dadurch wird der Urin verdünnt, wodurch sich steinbildende Substanzen weniger leicht ablagern können.
- Achten Sie auf die Wahl Ihrer Getränke. Studien zeigen, dass regelmäßiger Kaffee- und Teekonsum Nierensteinen vorbeugen kann; Apfel- und Grapefruitsaft erhöhen das Risiko hingegen. (Curhan et al., 1996).
- Nehmen Sie ausreichend Mineralstoffe zu sich. Kalium erhöht den Citratgehalt im Urin und hemmt so die Bildung von Kristallen. Auch Magnesium kann die Steinbildung verringern. Ideal sind gut resorbierbare Formen wie Magnesiumcitrat oder -malat. Calcium bindet Oxalat im Darm und verhindert so dessen Aufnahme. Besonders empfehlenswert ist Calciumcitrat.
- Unterstützen Sie Ihren Körper mit einem Vitamin-B-Komplex. B-Vitamine, insbesondere Vitamin B6, sind empfehlenswert, da sie helfen, die Oxalatbildung zu reduzieren.
- Ergänzen Sie Ihre Nahrung auch mit probiotischen Bakterien. Probiotische Zubereitungen mit dem Bakterienstamm Oxalobacter fördern Studien zufolge den Abbau von Oxalat im Darm und können so die Ausscheidung im Urin deutlich reduzieren. (Hatch et al., 2006; Hoppe et al., 2005; Tavasoli et al., 2020).
In Kürze: Die Debatte um Vitamin C und Nierensteine zeigt, wie voreingenommen wissenschaftliche Forschung, medizinische Studien und Medienberichte sein können. Gerade bei Nahrungsergänzungsmitteln fällt die Berichterstattung häufig einseitig und kritisch aus – nicht zuletzt aufgrund finanzieller Verflechtungen mit der Pharmaindustrie. Zudem warnen manche Ärztinnen und Ärzte vorschnell vor zusätzlichem Vitamin C. Dabei gibt es keine klaren Belege dafür, dass es das Risiko für Nierensteine wirklich erhöht. Im Gegenteil: Vitamin C ist ein lebenswichtiger Nährstoff, der viele zentrale Aufgaben im Körper übernimmt. Deshalb sollte auf eine ausreichende Versorgung keinesfalls verzichtet werden. Sinnvoller ist es, auf erprobte Maßnahmen und die gezielte Ergänzung relevanter Mikronährstoffe zu achten.
Dr. Aleksandra Niedzwiecki
[1] Übersetzt aus dem Englischen. Der Originalartikel wurde für dieses Magazin aus Gründen der Lesbarkeit gekürzt und geringfügig umgestellt. Sie können den Originalartikel in englischer Sprache hier lesen: https://dr-rath-education.org/wp-content/uploads/2025/08/Vitamin-C-and-kidney-stones-Review-2025.pdf
Referenzen
Goodwin J.S., Tangum M.R. (1998). Battling quackery: Attitudes about micronutrient supplements in American academic medicine. Archives of Internal Medicine, 158(15), 1575–1580.
Knight J. et al. (2010). Metabolism of fructose to oxalate and glycolate. Hormone and Metabolic Research, 42(12), 868–873. https://doi.org/10.1055/s-0030-1265145
Curhan G.C. et al. (1996). A prospective study of the intake of vitamins C and B6, and the risk of kidney stones in men. Journal of Urology, 155(6), 1847–1851.
Ferraro P.M. et al. (2016). Total, Dietary, and Supplemental Vitamin C Intake and Risk of Incident Kidney Stones. American Journal of Kidney Diseases, 67(3), 400–407.
Curhan G.C. et al. (1999). Megadose Vitamin C consumption does not cause kidney stones. Intake of vitamins B6 and C and the risk of kidney stones in women. Journal of the American Society of Nephrology, 10(4), 840–845.







