Seit Urzeiten nutzen Menschen die Schätze der Natur zur Linderung verschiedenster Beschwerden – lange bevor klar war, welche Stoffe im Körper wie genau wirken. Heute kann die Naturheilforschung immer besser erklären, wie natürliche Substanzen unsere Zellen beeinflussen. Einen wichtigen Beitrag leistet dabei das Dr. Rath Forschungsinstitut für Zellular-Medizin. Hier stellen wir Ihnen einen vom Dr. Rath-Forscherteam untersuchten Nährstoff-Komplex vor, den besonders Outdoor-Freunde im Blick behalten sollten.
Im Frühling fällt es uns wieder leichter, mehr Zeit draußen zu verbringen. Die Natur zeigt sich dann von ihrer schönsten Seite. Wir können Spaziergänge an der frischen Luft machen, im eigenen Garten entspannen oder im Wald die ersten Blüten – und mit etwas Glück auch die ersten Früchte – entdecken.
Mit den wärmeren Temperaturen steigen jedoch auch bestimmte Risiken. Vor allem Zecken können den Aufenthalt im Grünen ziemlich unangenehm machen. Umso wichtiger ist es deshalb, achtsam zu sein und sich gut zu schützen. Die Natur wäre aber nicht die Natur, wenn sie nicht beide Seiten in sich trüge: kleine und größere Risiken – aber auch die passenden Helfer dagegen.
Gelée Royale – der „Königinnenfuttersaft“
Gelée Royale ist eine cremige, milchig-weiße Substanz, die von jungen Arbeiterbienen, den sogenannten Ammenbienen, produziert wird. Im Bienenstock erhalten alle Larven in ihren ersten Lebenstagen Gelée Royale, die zukünftige Königin sogar dauerhaft.
Gelée Royale besteht aus Wasser, Proteinen, Aminosäuren, Kohlenhydraten und Fetten, einschließlich der charakteristischen Fettsäure 10-HDA. Außerdem liefert es Vitamine (insbesondere aus der B-Gruppe), Mineralstoffe und Spurenelemente. Diese außergewöhnlich nährstoffreiche Zusammensetzung ist einer der Hauptgründe, warum aus einer gewöhnlichen Larve eine Königin entsteht – und ein faszinierendes Beispiel dafür, wie stark Ernährung die biologische Entwicklung steuert.
Für uns Menschen ist Gelée Royale vor allem als naturbelassenes Bienenprodukt interessant, das gezielt als Nahrungsergänzung genutzt werden kann, beispielsweise in Kapselform. Studien haben ergeben, dass Gelée Royale antimikrobielle, antioxidative und entzündungsmodulierende Eigenschaften besitzt.
Baikal-Helmkraut – flavonoidreiche Heilpflanze
Helmkräuter (Scutellaria) sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Sie zeichnen sich durch ihre typische helmartige „Haube“ am Kelch aus. Eine besonders interessante Art ist das Baikal-Helmkraut (Scutellaria baicalensis), das vor allem in Russland, China und der Mongolei heimisch ist. Ihre Wurzeln enthalten zahlreiche bioaktive Flavonoide – allen voran Baicalin, Baicalein und Wogonin –, die entzündungshemmend wirken, das Immunsystem unterstützen und das Nervensystem beruhigen.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird die Pflanze bei entzündlichen Erkrankungen sowie Leber- und Lungenbeschwerden eingesetzt. Labor- und Tierstudien deuten außerdem auf neuroprotektive, krebshemmende und antimikrobielle Effekte hin. Im Vergleich zu synthetischen Medikamenten gilt Scutellaria baicalensis als gut verträglich, weshalb das Kraut auch für Nahrungsergänzungsmittel von Interesse ist.
„Küchenstar“ Rosmarin
Rosmarin (Rosmarinus officinalis) ist ein immergrüner Halbstrauch und gehört wie das Helmkraut zur Familie der Lippenblütler. Seine nadelartigen Blätter enthalten ätherische Öle wie Cineol und Campher sowie Gerb- und Bitterstoffe, unter anderem Tannine. Rosmarin ist in fast jeder Küche als Gewürz zu finden; darüber hinaus wird er seit Jahrtausenden auch als Heilpflanze genutzt.
Traditionell wird Rosmarin bei Völlegefühl oder Blähungen eingesetzt, beispielsweise als Tee oder Tinktur. Äußerlich wird er in Bädern oder als Salbe angewendet – meist um die Durchblutung anzuregen und leichte Muskelbeschwerden zu lindern. Rosmarin gilt zudem als gedächtnisfördernd: Im antiken Griechenland sollen Studenten Kränze aus Rosmarinzweigen getragen haben, um ihre Konzentration und Merkfähigkeit zu steigern. In Mitteleuropa wurde der Rosmarinstrauch bereits im frühen Mittelalter in den Klostergärten der Benediktiner kultiviert. Dort wurden auch die Grundlagen für die medizinische Nutzung der Pflanze gelegt, die bis heute Bestand haben.
Heute findet Rosmarin-Extrakt vielfach Verwendung in Nahrungsergänzungsmitteln, da er die wertvollen Inhaltsstoffe, darunter antioxidative Flavonoide, in konzentrierter Form liefert. Er kann die Verdauung unterstützen, die Durchblutung anregen und das Nervensystem stärken. Außerdem zeigen Studien vielversprechende entzündungshemmende und antioxidative Effekte.
Luteolin – Flavonoid mit asiatischen Wurzeln
Luteolin ist ein gelber Pflanzenfarbstoff aus der Gruppe der Flavonoide (genauer: Flavone). Er ist in vielen Pflanzen enthalten, beispielsweise in Sellerie und Küchenkräutern wie Petersilie, Thymian oder Oregano.
Als Quelle für Luteolin-Extrakte werden auch die Blüten und Blütenknospen des Japanischen Schnurbaums (Sophora japonica) genutzt. Dieser ist in China heimisch, wird jedoch seit langem in weiten Teilen Ostasiens kultiviert und seit dem 18. Jahrhundert auch in Europa angepflanzt. Die Früchte sind perlenkettenartige Hülsen, die in Mitteleuropa vor allem in warmen Lagen (Weinbauklima) ausgebildet werden.
In der Forschung wird Luteolin vor allem aufgrund seiner antioxidativen und entzündungsmodulierenden Eigenschaften untersucht. In Studien zeigte der Pflanzenstoff Effekte auf die Gehirngesundheit. Auch im Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird Luteolin als relevanter Pflanzenstoff diskutiert, beispielsweise im Zusammenhang mit oxidativen Prozessen.
Meeresalgen – natürliche Jodquelle
Meeresalgen zählen zu den Makroalgen und wachsen vor allem in lichtreichen, küstennahen Gewässern. Zu den Makroalgen gehören Rot-, Grün- und Braunalgen. Einige große Braunalgen (Kelp) können bis zu 50 Meter lang werden. Abzugrenzen sind die sogenannten Blaualgen wie Spirulina, die zwar häufig als „Mikroalgen“ bezeichnet werden, biologisch jedoch Cyanobakterien sind.
Je nach Art und Verarbeitung liefern Meeresalgen Eiweiß, Ballaststoffe und Omega-3-Fettsäuren. Außerdem enthalten sie Mikronährstoffe wie Beta-Carotin, B-Vitamine (z. B. B1 und Folat) sowie Mineralstoffe wie Eisen, Calcium und Magnesium. Meeresalgen können außerdem reich an Jod sein und so zur Jodversorgung beitragen – zum Beispiel als Zutat in asiatischen Suppen, Sushi oder Gemüsegerichten.
Wichtig: Getrocknete Algen enthalten teils sehr hohe Jodmengen, sodass die empfohlene Tageszufuhr schnell überschritten werden kann. Deshalb sollte man am besten Produkte mit klarer Jodkennzeichnung wählen und die empfohlenen Verzehrmengen einhalten. Bei Schilddrüsenerkrankungen, in der Schwangerschaft oder Stillzeit sowie bei Kindern ist besondere Vorsicht geboten. Nahrungsergänzungsmittel mit Meeresalgen als Jodquelle enthalten standardisierte und klar deklarierte Mengen. Dadurch lässt sich die Dosierung besser planen.
Mittelkettige Fettsäuren aus Kokosnussöl
Kokosöl wird aus dem Fruchtfleisch reifer Kokosnüsse gewonnen. Dafür wird häufig getrocknetes Fruchtfleisch (Kopra) verwendet. Aus diesem wird das Öl gepresst und je nach Herstellungsverfahren weiterverarbeitet. Als „natives“ Kokosöl wird meist Öl bezeichnet, das schonender aus frischem Fruchtfleisch oder aus Kokosmilch gewonnen wird.
Aus ernährungsphysiologischer Sicht zeichnet sich Kokosöl vor allem durch seinen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren aus. Dazu zählen auch mittelkettige Fettsäuren (MCT). Diese werden vom Körper meist schneller verdaut und zur Leber transportiert, wo sie zügig als Energie genutzt werden – dabei können auch Ketonkörper entstehen. In Studien werden MCT daher vor allem im Zusammenhang mit ketogener Ernährung diskutiert. Bestimmte mittelkettige Fettsäuren, insbesondere Laurinsäure und ihr Abbauprodukt Monolaurin, besitzen antimikrobielle Effekte und dämpfen Entzündungsprozesse.
Zusammen geht’s am besten
Die wahre Kraft dieser Naturstoffe liegt nicht in ihrer Einzelwirkung, sondern vor allem in ihrer Kombination. Gemeinsam bilden sie einen einzigartigen Wirkkomplex, der den Körper nach einem Zeckenbiss gezielt vor den unangenehmen Folgen einer Borreliose schützen kann. Die Forschung am Dr. Rath Forschungsinstitut liefert dafür beeindruckende Belege.
In einer Studie kam eine Kombination aus Baicalein, Luteolin, Rosmarinextrakt, Monolaurin, der mittelkettigen Fettsäure cis-2-Decensäure sowie Jod aus Meeresalgen zum Einsatz. Diese erwies sich als besonders effektiv gegen Borrelien, sogar gegen latente Formen und schützende Biofilme, die sich den üblichen Therapien entziehen. In Tierversuchen gelang es den Wissenschaftlern, die Borrelienbelastung um rund 75 % zu reduzieren, während die Entzündungswerte im Blut deutlich sanken.
Die Ergebnisse einer klinischen Studie sind ebenfalls vielversprechend: In einer Pilotstudie mit 17 Borreliose-Patienten, die nicht auf Antibiotika angesprochen hatten, berichteten 65 % von deutlichen Verbesserungen ihrer Symptome. Sie konnten wieder ihren Alltag meistern. Weitere 17 % spürten eine moderate Besserung.
Die Natur hält also wahre Schätze bereit! Naturstoffe können konventionelle Behandlungen gezielt ergänzen, den Körper stärken und auf vielfältige Weise schützen. So eröffnen sie neue, wissenschaftlich fundierte Wege für eine ganzheitliche Gesundheitsvorsorge.
Referenzen
Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), Bieneninstitut Celle (o. J.). Bieneninstitut Celle informiert (29): Steckbrief Gelée royale.
Goc, A. Niedzwiecki, M. Rath. Synergistic Anti-Borreliae Efficacy of a Composition of Naturally-occurring Compounds: an In vitro Study. J Nutri Bio. 2019;350-363. https://www.researchgate.net/publication/332818885_Synergistic_Anti-Borreliae_Efficacy_of_a_Composition_of_Naturally-occurring_Compounds_an_In_vitro_Study
Goc et al. Specific composition of polyphenolic compounds with fatty acids as an approach in helping to reduce spirochete burden in Lyme disease: in vivo and human observational study. Ther Adv Chronic Dis 2020; vol 11: 1–13. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7249567







