Videospiele machen nicht nur Spaß, sie beanspruchen auch Körper und Geist. Wer beim Gaming mental leistungsfähig und physisch fit bleiben möchte, braucht dafür auch Mikronährstoffe – vor allem, um die Gehirnleistung auf einem hohen Niveau zu halten.
Digitale Spiele sind längst fester Bestandteil unseres Alltags und faszinieren Menschen aller Altersgruppen: 81 Prozent der 16- bis 29-Jährigen, 67 Prozent der 30- bis 49-Jährigen und 40 Prozent der 50- bis 64-Jährigen spielen regelmäßig Videospiele. Selbst unter den über 65-Jährigen sind es immerhin 18 Prozent, die zumindest gelegentlich digitale Spielwelten erkunden. Während die meisten Menschen Videospiele zum Zeitvertreib spielen, widmen sich professionelle Gamer („E-Sportler“) dem Gaming mit hoher Intensität. Sie trainieren täglich mehrere Stunden am PC oder an der Konsole, um in Wettkämpfen gegen andere Spieler den Sieg zu erringen. Das erfordert hervorragende Spielfertigkeiten, hohe Ausdauer und Konzentration, eine präzise Hand-Augen-Koordination sowie blitzschnelle Reaktionen. Dass das wettkampfmäßige Zocken als „echter“ Sport mit all seinen Vor- und Nachteilen betrachtet werden kann, ist daher gar nicht abwegig. Tatsächlich steigt die Herzfrequenz von E-Sportlern beim Spielen auf bis zu 180 Schläge pro Minute – das ist vergleichbar mit dem Belastungsniveau von Marathonläufern!
Positive Auswirkungen von Videospielen
Gaming hat – ähnlich wie klassische Sportarten – viele positive Effekte, egal, ob man es als E-Sportler ausübt oder nur zur Freizeitgestaltung nutzt. Es löst durch die Ausschüttung des Glückshormons Dopamin einen Motivationsschub aus, stärkt die Entscheidungsfähigkeit in Stresssituationen und fördert gezielt Gedächtnis, räumliches Denken und Motorik. Bestimmte Videospiele können zudem Menschen mit psychischen Problemen unterstützend begleiten, indem sie Erfolgserlebnisse vermitteln und das Selbstvertrauen stärken. Außerdem zeigen Studien, dass regelmäßiges Gaming den Alterungsprozess des Gehirns verlangsamen kann.
Körperliche und mentale Belastungen beim Gaming
Wie bei allem im Leben gilt aber auch beim Gaming: Wer es übertreibt, kann seinem Körper schaden. Im Gegensatz zu konventionellen Sportarten kann E-Sport oder auch sehr intensives Hobby-Gaming die physische Gesundheit belasten. Vor allem das lange Sitzen gilt als Risikofaktor für zahlreiche Erkrankungen. Die Liste reicht von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Diabetes mellitus Typ 2 und Adipositas bis hin zu Krebs. Sehr häufig treten bei Gamern im Laufe der Zeit Rückenschmerzen, Haltungsschäden sowie Sehnen- und Muskelverletzungen („Mausarm“) auf. Auch Schlafstörungen sind unter ambitionierten Videospielern weit verbreitet. Oft werden Schlafprobleme durch den übermäßigen Konsum von Energydrinks verstärkt. Auf mentaler Ebene wurde bei Digital-Sportlern außerdem eine erhöhte Stressbelastung sowie eine höhere Anfälligkeit für depressive Verstimmungen beobachtet. Regelmäßige Bewegung, Entspannungsübungen und eine ausgewogene Ernährung sind deshalb wichtige Eckpfeiler, um körperliche und mentale Belastungen beim Videospielen auszugleichen. Zusätzlich leisten Mikronährstoffe einen wichtigen Beitrag im Gamer-Alltag, da sie nicht nur die Gesundheit insgesamt unterstützen, sondern auch die geistigen Fähigkeiten schärfen.
Gehirn-Power upleveln – Mikronährstoffe für kognitive Spitzenleistung
Beim Gaming muss das Gehirn viele Informationen gleichzeitig verarbeiten und blitzschnell auf Spielsituationen reagieren. Neurotransmitter wie Dopamin, Serotonin und GABA sind dafür entscheidend: Sie übertragen Signale zwischen den Nervenzellen und beeinflussen unsere Motivation, Konzentration und kognitive Leistungsfähigkeit. Für ihre Bildung benötigt das Gehirn vor allem die B-Vitamine B6, B12 und Folat, Vitamin C sowie Mineralstoffe wie Magnesium und Zink.
Damit das Gehirn komplexe Spielsituationen meistern kann, müssen die Nervenzellen außerdem intakt und gut miteinander vernetzt sein. Vitamin B1, B6, B12 und Folat sowie Magnesium unterstützen die Funktionsfähigkeit der Nervenzellen, Vitamin C schützt sie vor oxidativem Stress, Omega-3-Fettsäuren fördern ihre Vernetzung und die Signalübertragung im Gehirn. Auch Pflanzenstoffe wie Theanin und Extrakte aus den Heilkräutern Bacopa monnieri und Gotu Kola unterstützen die Kommunikation zwischen den Nervenzellen und ermöglichen so eine reibungslose Informationsverarbeitung.
Das Gehirn ist ein äußerst energiehungriges Organ. Beim Gaming steigt sein Energiebedarf, weil gleichzeitig verschiedene kognitive Prozesse wie Aufmerksamkeit, Konzentration, Planung und Problemlösung beansprucht werden. L‑Carnitin, Coenzym Q10 und Pyrrolochinolinchinon (PQQ) unterstützen die Energieproduktion in den Gehirnzellen, während B‑Vitamine für einen geregelten Energiestoffwechsel sorgen und Müdigkeit reduzieren. Das ist besonders vorteilhaft, wenn ein Match länger dauert. Die Vitamin-B3-Form Nicotinamid-Ribosid dient als Vorstufe für das NAD⁺, das eine zentrale Rolle bei der Energiegewinnung im Zellstoffwechsel spielt.
Wenn die Herausforderung in einem Spiel zu groß wird, kann negativer Stress überwiegen. So wurde beobachtet, dass nach einem Wettkampf bei Gamern der Spiegel des Stresshormons Cortisol um rund ein Drittel steigt – ein klarer Hinweis darauf, dass Videospiele akuten Stress auslösen können. Wird Stress chronisch, kann das langfristig negative Auswirkungen auf die körperliche und mentale Gesundheit haben. Pflanzliche Extrakte aus Rosenwurz (Rhodiola rosea) und Ginseng können das Gehirn dabei unterstützen, gelassener auf mentale Belastungen durch Gaming zu reagieren. Haferstroh-Extrakt wirkt beruhigend und kann die mentale Ausgeglichenheit während des Spielens fördern.
Extra-Tipps für die körperliche Gesundheit: Langes Sitzen beim Gaming kann das Herz-Kreislauf-System belasten und die Durchblutung beeinträchtigen. Mikronährstoffe wie Vitamin C sowie die Aminosäuren Lysin und Prolin können – zusätzlich zu regelmäßiger Bewegung – die Blutgefäße stärken. Auch die Augen werden beim Videospielen stark beansprucht: Der stundenlange Blick auf den Bildschirm, oft in abgedunkelten Räumen, belastet die Netzhaut und kann oxidativen Stress auslösen. Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E, Lycopin oder Lutein schützen die empfindlichen Zellen der Augen und tragen dazu bei, die Sehkraft langfristig zu erhalten.
Quellen
Dr. Rath Health Foundation. (2023). Elevate your cognitive health with optimal nutrition! Health Science Newspage, Issue 2339. https://www.drrathresearch.org/latest-news/item/177-elevate-your-cognitive-health-with-optimal-nutrition
Hövermann, M. (8. Juni 2025). Wie sich Gaming auf unsere Gesundheit auswirkt. BARMER. https://www.barmer.de/gesundheit-verstehen/sport/e-sport/gaming-gesundheit-1135180
Jasina, A., Schlesiger, L., Oronowicz, J. (2024). E-Sport – echter Sport mit echten Verletzungen? Sports Orthopaedics and Traumatology, 2(2), 110–119. https://doi.org/10.1016/j.orthtr.2024.03.043







